Man kann Christos Antoniou nur zustimmen: Bei allen ästhetischen Metamorphosen sind SEPTICFLESH sich im Kern stets treu geblieben. Gerade auf den Gitarristen, der Igor Strawinskys „Das Frühlingsopfer“ als seinen musikalischen Initiationsritus bezeichnet, trifft das zu. Ein roter Faden spannt sich vom jugendlichen Wunsch, mit einem Orchester zu arbeiten, zu den immer komplexer arrangierten Werken der Athener Formation, die für das im kommenden Jahr erscheinende neue Album 130 Musiker eingespannt haben.
Frage: Was wolltest du als Kind werden?
Als Kind spielte ich jeden Tag Fußball. Natürlich war mein Traum, irgendwann Profi zu werden. Glücklicherweise bin ich Musiker geworden – und habe es bis heute nicht bereut.
Was sind deine ersten Erinnerungen im Zusammenhang mit Musik?
Mit 13 Jahren habe ich Metal entdeckt: Iron Maidens „Powerslave“ hat mir die Augen geöffnet. Tolles Album, tolle Band!
Was hat für dich den Ausschlag gegeben, Musiker werden zu wollen?
Als ich Strawinskys „Das Frühlingsopfer“ hörte, war ich begeistert. Ich wollte Musiker werden und auch mit einem Orchester arbeiten. Ich bin wirklich glücklich, dass ich mit meiner Leidenschaft Geld verdienen kann.
Was war dein erster Aufnäher und welches ist dein Lieblings-Metal-Shirt?
Lustigerweise hatte ich als Teenager nicht ein einziges Shirt, keinen Aufnäher. Ich weiß, dass das eigentlich lächerlich ist, aber seit ich älter bin, trage ich gerne Metal-Shirts. Mein erstes dürfte von Slayer gewesen sein.
Mit welcher Musikrichtung kannst du am wenigsten anfangen?
Billige griechische Folklore liegt bei uns ziemlich im Trend. Sie kombiniert arabische Elemente und mittelmäßigen Pop und hat am Ende nichts zu sagen.
Was machst du als erstes nach dem Aufstehen?
Ich verschwinde im Bad.
Mit welchem fiktionalen Charakter kannst du dich am ehesten identifizieren?
Mit Erich Zann, dem Musiker, der H.P. Lovecrafts Erzählung „Die Musik des Erich Zann“ ihren Namen gibt.
Was ist dein schlimmster Albtraum?
Ich leide unter Klaustrophobie. Noch irgendwelche Fragen?
Gäbe es den Teufel und hättest du die Chance, ihn zu treffen – was würdest du ihn fragen?
Weshalb sieht’s Du mir so ähnlich?
Mit welchem Künstler würdest du dich gerne mal eine Woche lang in ein Studio deiner Wahl zurückziehen?
Mit Strawinsky. Er war so ein Genie, das nur eine Unterrichtsstunde, nur ein Gespräch mich als Komponisten enorm weiterbringen könnten.
Was ist rückblickend die schlechteste, was die beste Entscheidung, die du in deiner Karriere getroffen hast?
Unsere schlechteste Entscheidung war, SEPTICFLESH für eine Zeit lang zu Grabe zu tragen und Devilworx zu gründen. Das Beste ist, dass wir alle seit ehedem der Regel folgen, uns nicht zu verbiegen und unsere eigene Identität in Sound und Inhalt zu bewahren.
Treibt dich ab und zu die Angst um, dass deine kreative Ader versiegt?
Meine kreative Ader versiegt regelmäßig und es gibt nichts, was man dagegen tun könnte, außer die Ruhe zu bewahren und sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Bis jetzt ist eine Schreibblockade noch nicht zum Albtraum für mich geworden. Ich habe viel unterschiedliche Musik, die ich mir in so einer Situation anhören kann, das hilft normalerweise. Inspiration kommt plötzlich und aus dem Nichts, man muss sie nur einfangen.
Welche Reaktion auf deine Musik hat dich mehr als stark befremdet?
Ich habe gelernt, nicht viel auf Kritiken zu geben, die eine grundsätzlich negative Haltung gegenüber meiner Arbeit ausdrücken. Respektvolle Kritik liegt mir dagegen sehr am Herzen.
Was wünscht du dem Legacy?
Bleibt euch treu und lasst euch nicht kaufen!